Französischer Lack im 18. Jahrhundert
13.10.2013 bis 12.01.2014

Vernis Martin – französischer Lack
im 18. Jahrhundert

Seit dem 18. Jahrhundert ist der Name Vernis Martin gleichsam ein Synonym für französische Lackkunst. Zum Gattungsbegriff avanciert, steht er für die Lackdekore kostbaren Mobiliars und repräsentativer Kutschen, vor allem aber auch kleinformatiger Bijouterien, die aus den Pariser Werkstätten der vier Brüder Martin und ihrer Söhne hervorgingen. Ihre Tätigkeit – und die ihrer zahlreichen Nachahmer – setzte um 1720 ein und endete mit Ausbruch der Französischen Revolution. Vernis Martin gehörte zum Feinsten einer überbordenden Produktion von Luxusgütern im ausklingenden Ancien Régime.

Erstmalig widmet sich eine umfassende Ausstellung dem Wirken der Martins und ihrer Bedeutung für die weitere Entwicklung der europäischen Lackkunst. Berühmt für ihre täuschende Nachahmung der bewunderten ostasiatischen Lackarbeiten, wandten sie sich seit den vierziger Jahren zunehmend von den fernöstlichen Vorbildern ab, leiteten eine Erweiterung des Farbspektrums ein und entwickelten unter dem Einfluss der Goldschmiedekunst völlig neue Ziertechniken. In der Hinwendung zu den Motiven der zeitgenössischen französischen Kunst vollendete sich die von den Martins begründete Emanzipation vom asiatischen Modell. Doch erst die Härte und Transparenz des nach ihrem patentierten Verfahren hergestellten Lacks ermöglichten die außergewöhnliche Vielfalt und Qualität ihrer Arbeiten, das von ihnen im kleinen Format eingesetzte Papiermaché die Herstellung vielgestaltig formbarer und  schwebend leichter Lackbijoux.

Zahlreiche öffentliche wie private Sammlungen in Frankreich, Deutschland, England und den skandinavischen Ländern tragen mit ihren Leihgaben zu diesem Panoptikum französischen Kunstschaffens aus dessen Blütezeit im 18. Jahrhundert bei. Die Ausstellung entsteht in Kooperation des Museums für Lackkunst mit dem Musée des arts décoratifs in Paris.

 
  Impressionen der Ausstellung Vernis Martin


 
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